Teufelsgasse in Tirol
Eine Wanderung durch ein geheimnisvolles Felsenlabyrinth bei Kirchdorf in Tirol. Mit schmalen Wegen, Kletterpassagen, dem Wilden Kaiser im Blick und einer Sage, die den Weg zum Abenteuer macht.
AUF EINEN BLICK
- Anfahrt: ca. 20 Min. ab Alpenchalet
- Parkplatz: Hinterberg, 3 € Parkgebühr
- Dauer: ca. 3 Std., 7,6 km
- Schwierigkeit: Mittel, teils steile Felspassagen
- Für wen: Familien, Wanderer, Abenteuerlustige
- Mit Hund: Ja
- Highlights: Felsenlabyrinth, Wilder Kaiser, Kletterstellen, Sage
- Einkehr: Prostalm, nahe am Weg
- Beste Zeit: Frühling bis Herbst
- Unser Tipp: Sage vorher erzählen, gemeinsam den Teufel suchen
Auf der Jagd nach dem Teufel
Gemeinsam mit unseren Kindern Anian und Cleo waren wir in der Teufelsgasse bei Kirchdorf in Tirol unterwegs. Entdeckt habe ich die Wanderung ganz zufällig in einem Wanderführer und schon der Name hat mich neugierig gemacht. „Teufelsgasse“ klang nach genau der richtigen Geschichte für unsere beiden.
Denn unsere Kinder wandern nicht immer freiwillig. Wenn wir aber eine spannende Idee oder ein kleines Abenteuer daraus machen können, sieht die Sache schon ganz anders aus. Also war schnell beschlossen. Wir gehen auf die Suche nach dem Teufel.
Die Teufelsgasse liegt im Ortsteil Hinterberg bei Gasteig in Kirchdorf in Tirol. Der Ausgangspunkt ist mit dem Auto gut erreichbar und die Tour ist noch nicht überlaufen. Für uns ein echter kleiner Geheimtipp.
Erst einmal heißt es: Wandern
Anfang der Tour geht es zunächst rund 40 Minuten über einen Forstweg bergauf. Für Anian und Cleo nicht gerade der spannendste Teil der Wanderung. Da kommt schon einmal die Frage „Wie lange noch?“
Aber dann wird der Weg schmaler und führt hinein in den Wald. Und plötzlich ist die Teufelsgasse nicht mehr weit. Ab hier wird es richtig spannend.
Die Sage macht aus der Wanderung ein Abenteuer
Die Teufelsgasse ist ein natürliches Felsenlabyrinth am Leerberg. Zwischen den Felsen wird der Weg enger und abwechslungsreicher. An manchen Stellen braucht man auch einmal die Hände, um über die Felsen zu klettern. Für unsere Kinder ist das genau richtig. Und als wir ihnen erzählen, woher die Teufelsgasse ihren Namen hat, wird die Wanderung plötzlich noch ein bisschen spannender.
Der Sage nach soll der Teufel selbst das gassenähnliche Labyrinth in die Felsen geschlagen haben, um sündige Menschen und ihre Seelen in die Irre zu führen. Die Geschichte erzählt außerdem von Menschen, die ihre Namen in die weichen Felswände geritzt haben, damit andere von ihrem Schicksal erfahren.
Wo ist der Teufel?
Ab diesem Moment war die Wanderung keine normale Wanderung mehr. Jetzt wurde gesucht. Wo könnte er sein? War das gerade ein Geräusch? Hat sich dort zwischen den Felsen etwas bewegt?
Jedes Knacken wurde plötzlich ganz genau belauscht und jeder dunkle Winkel wurde ein bisschen interessanter.
Genau das lieben wir an solchen Ausflügen mit unseren Kindern. Eine Geschichte kann einen normalen Wanderweg plötzlich in eine kleine Abenteuerwelt verwandeln.
Und die Teufelsgasse macht es einem dabei leicht. Die schmalen Felsschluchten, die Felsen und das Labyrinth fühlen sich tatsächlich ein bisschen geheimnisvoll an.
Noch ein Abstecher zur Prostalm?
Die Wanderung lässt sich auch wunderbar mit einer Einkehr auf der Prostalm verbinden. Die Alm liegt nahe am Weg und bietet sich deshalb gut für eine Pause an.
Wir hatten sie eigentlich schon eingeplant. An diesem Tag hat allerdings das Wetter nicht ganz mitgespielt. Während unserer Wanderung begann es zu regnen und so haben wir den Abstecher diesmal ausgelassen.
Beim nächsten Mal steht die Prostalm aber definitiv wieder auf unserer Liste.
Unser Glücksmoment
Unser Glücksmoment war diesmal eigentlich die Idee hinter der ganzen Wanderung. Aus einem Namen im Wanderführer wurde eine Geschichte, aus der Geschichte wurde eine Schatzsuche und aus der Schatzsuche ein Abenteuer.
Anian und Cleo waren plötzlich nicht mehr einfach nur beim Wandern. Sie waren auf der Jagd nach dem Teufel. Und genau dafür lieben wir solche Ausflüge. Wenn die Kinder gar nicht merken, wie viel sie eigentlich wandern, weil es unterwegs so viel zu entdecken gibt.
Unser Tipp vom Alpenchalet
Wenn eure Kinder, so wie unsere, bei einer klassischen Wanderung manchmal etwas Motivation brauchen, ist die Teufelsgasse eine schöne Idee. Erzählt die Geschichte am besten schon vorher. Dann wird aus dem Weg durch die Felsen eine richtige Mission. Findet den Teufel!
Wir wollten die Wanderung eigentlich noch mit einer Einkehr auf der Prostalm verbinden. An diesem Tag hat uns allerdings der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Für uns war die Teufelsgasse trotzdem ein richtig schönes Familienabenteuer und beim nächsten Mal suchen wir den Teufel vielleicht noch einmal.
Kirchdorf in Tirol - Gasteig
Hinterberg Parkplatz